Am Weg nach Oslo
Bei strahlenden Sonnenschein kamen wir im Hafen von Larvik an. Von da weg waren es noch rund 150 Kilometer zu unserem Quartier in Ekberg einem Vorort von Oslo. Wir rollte gemächlich von der Fähre, mäanderten dahin und bekamen gleich einen ersten Eindruck von der Landschaft. Ich war sofort begeistert von den schönen Häusern, ziegelrot, grau, gelb oder weiss gestrichen, rundherum gepflegte Gärten, üppige Rhododendrensträucher, grüne Wiesen und gelegentlich eine Norwegische Fahne, genau wie in meiner Vorstellung, die stark von den schwedischen Inga Lindström Inszenierungen geprägt ist.



Oslo entdecken
Der nächste Tag war für die Erkundung von Oslo vorgesehen. Der Besuch des Munch Museums war natürlich ein Pflichttermin. Die Tickets hatte ich schon im Vorfeld online gekauft, um für Sonntag einen fixen Zeitslot zu bekommen. Das neue Museum beugt sich respektvoll der Stadt Oslo entgegen, so die Vision der Architekten Juan Herreros und Jens Richter. Auf 13 Etagen finden die Werke Edvard Munch (1863-1944) genügend Raum, um in unterschiedlichen Themenbereichen präsentiert zu werden. Munch ist der Norwegische Maler und Grafiker und gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Malerei der Moderne. Daher war auch nicht verwunderlich in dem Raum, wo KünstlerkollegInnen präsentiert wurden, auch ein Bild von Oskar Kokoschka – das österreichisches Pendant zur expressionistischen Malerei – zu entdecken. Da Munch ohne Erben war, hinterliess er Oslo 1940 sein gesamtes Nachlass. Ein Segen für die Stadt. Mit den 26.000 Quadratmetern und 11 Ausstellungflächen auf 13 Stockwerken verteilt ist das Munch (Museum) eines der Größten, das nur einem Künstler gewidmet ist. Die Zeit in dem nach modernsten Baustandards errichtet Gebäudekomplex ist so schnell vergangen. Aber wir wollten auch noch mehr von Oslo sehen.













Vom Munch hatten wir das Osloer Opernhaus schon erspäht, liegt ja gleich nebenan. Der neue Stadtteil Bjorvika der sich aus dem Hafenviertel entwickelte bot einen geeigneten Standort für den Neubau. Die Inspiration kam von der Oper in Sydney, die dort ebenfalls im Hafen liegt. Nachdem Oslo überhaupt mit viel neuer Architektur aufwartet, hab ich mich gefragt, warum das so ist. Die Ruf nach Stadterweiterung und die wirtschaftliche Veränderung der Hafenindustrie steckte dahinter und ermöglichte viele Neubauten. Das Operngebäude vom Architekturbüro Snohetta wurde 2008 eröffnet. Die Fassade besteht zu 90% aus Carrara-Marmor und zu 10% aus Norwegischen Granit. Die durch die Materialien kühle Ausstrahlung des Gebäudes unterstreicht die Idee der Archtiekten, dass es wie ein Eisberg aus dem Hafenbecken sich rausschiebt. Die großen Glasfronten verstärken den eisigen Effekt noch zusätzlich. Man muss einfach auf die Oper rauf gehen, die schräg abfallenden Flächen laden buchstäblich dazu ein.






Norwegische Abenteuere und Entdecker
Nach einem ausführlichen Spaziergang entlang der Hafenmole näherten wir uns dem Osloer Rathaus, von wo weg ein kleines Fährschiff zur „Museumsinsel“ abfährt. Wir begaben uns auf gefährliche Expeditonsreisen. Mit dem Schiff Fram segelten wir mit Roald Amundsen und seiner Mannschaft zum Südpol und überquerten den Nordpol. Unerschrocken trotzten wir der Kälte, furchtlos näherten wir uns dem Eisbären und die Schlittenhunde waren unsere treuen Begleiter. Im Fram-Museum kann das alles hautnah erlebt werden und irgendwie fühlt man an diesem Ort den Spirit, der die Entdecker von damals beseelt hat.






Mit Thor Heyerdahl segelten wir in wärmeren Gewässern mit der Kon-Tiki, einem Boot aus Balsaholz, von Peru nach Polynesien. Was für ein Abenteuer. Heyerdahl hat mit dieser Expedition nachgewiesen, das eine Besiedelung Polynesiens von Osten her möglich war. Er widerlegte damit die gängige Annahme, der Besiedelung von Asien her. Das Originalboot Kon-Tiki steht tatsächlich in Oslo im Kon-Tiki-Museum.


Nicht weniger abenteuerlich ging es weiter mit dem Papyrusboot Ra. Diesmal begleiteten wir Heyerdahl, beim Beweis, dass frühe Kulturen bereits den Atlantik überqueren konnten. In Safi (Marokko, da waren wir voriges Jahr) wurde die Expedition gestartet. Getrieben von einer Überzeugung trotze die Mannschaft den wetterbedingten Widrigkeiten. Auch wenn das Ziel nicht ganz erreicht wurde, dass es möglich war den Atlantik von Ost nach West zu überqueren, das wurde durch diese mutige Seefahrt bewiesen.



Game over in Oslo
Wir hatten uns für den einen Tag in Oslo bewusst nur einige Highlight rausgesucht. Zurück spazierten wir noch vorbei am königlichen Schloss, statteten dem orangen Fuchs im Schlosspark einen kurzen Besuch ab und beendeten unsere Oslo-Entdeckung beim Rathaus.



Schön war´s in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Wir nehmen den Spirit von inspirierende Persönlichkeiten mit auf unsere weitere Reise.
Bis bald in Stavanger
Ami & Pi & der gelbe Bock
#motorradfahren #motorradreisen #bmwadventure #abenteuer #reiselust #pillionrider #kleineabenteuer #adventure #welterfahrung #norwegen #oslo #munch #heyerdahl


