Wie schon angekündigt, gab es noch etliche Kilometer. Was soll ich sagen? Anstrengend langweilig und ermüdend, immer gerade dahin, links Föhrenwäder, rechts Birkenstauden, ab und zu ein See, eine kleine Bodenerhebung, Stauden links, Wäldchen rechts, noch ein Mal Foto beim Polarkreis, eine kurzer Abstecher zum TET (Trans Euopean Trail) in Schweden, die wegen Renovierung geschlossene Kirche von Jokkmokk (19. Jhdt). Das war die Etappe von Harads (nach dem Treehotel) bis Arvidsjaur.

Check in im Sami Kirchendorf

Die Region in der wir uns befanden ist Sami-Land. Vieles ist geprägt von der samischen Kultur. In Arvidsjaur war unser nächster Nächtigungsstop geplant. Auf dem Display am Garmin hatte ich gesehen, dass wir jeden Moment da sein sollten. Der Bockchef bremste sich ein, höppelte den Schotterparkplatz bis ans äusserste Ende. Die Hütten (siehe Fotos unten), die ich sah, waren nicht ganz so einladend, aber keine Ahnung, was ich da gebucht hatte. Ich fragte mich, warum er nicht rein fuhr zur Rezeption, warum bleibt er da ausserhalb vom Gelände stehen? Dann müssen wir die Taschen ewig weit schleppen. Lauter praktische Überlegungen gingen mir durch den Kopf. Es stellte sich heraus, dass wir bei der Samischen Kirchenstadt (Lappenstad) noch einen Besichtigungsstopp eingelegt hatten. Alles klar. Die Häuser, in traditioneller Bauweise, werden auch heute noch genutzt, wenn sich die Samen zu Festtagen, Hochzeiten oder Beerdigungen versammelten. Ich war erleichtert, doch eventuell ein bequemeres Quartier beziehen zu können. Das war dann auch so. Wir logierten in einer modernen, gemütlichen Hütte am Campingplatz.

335 Kilometer bei Regen

Böses Erwachen am nächsten Tag. Der Himmel verhangen, das gelbe Gewand übergestreift und was soll ich sagen? Anstrengend langweilig und ermüdend, immer gerade dahin, links Föhrenwäder, rechts Birkenstauden, ab zu ein See, viel Regen, zwei Wasserfälle und ein weiteres samisches Kirchendorf, Fatmomakke. Fast widerwillig stiefelten wir durch das Dorf. Nach dem Motto, wenn wir schon da sind. Bei dem Regen machte das alles einfach keinen Spass. Die Hoffnung war nur, dass es am nächsten Tag wettertechnisch besser sein sollte, damit wir auf der Hochebene, deretwegen wir so weit gefahren waren, wenigsten etwas Sicht habe. Mal sehen!

Stekenjokk Pass-Strasse

Die Rechnung war aufgegangen. Die Fahrt vom Landgasthof in Klimpfjäll über das Stekenjokk fand bei trockenen Wetterbedingungen statt. Temperaturmässig (3 Grad) hätte es zwar etwas mehr sein können, aber wir waren schon froh, dass es wenigstens nicht regnete. Der Wind fegte uns um die Helme, kein Wunder, ist das Stekenjokk doch die windigste Gegend Schwedens. Das Gebiet liegt nahe an der norwegischen Grenze, Höhe Trondheim. Mit 876 Höhenmeter ist das Plateau zwar nicht hoch, die Baumgrenze in Nordschweden kann jedoch auf 500m hinunter gehen. Das Gebiet ist ein wichtiges Weideland für Rentiere. Fahrtechnisch war es natürlich nach den langen Geraden auch eine willkommene Abwechslung, endlich ein paar Kurven.

Einfach abgebogen

Beschwingt und fröhlich gestimmt kurvten wir dahin. Beim Pfeil Richtung Ankareda bogen wir ab. Der Abstecher war zwar nicht eingeplant, aber warum nicht. Mal sehen, was uns dort erwartet? Ankarede ist ein weiteres samisches Kirchendorf, gut erhalten und gepflegt. Es steht unter Denkmalschutz. In einem Mini-Museum erfährt man etwas über die Tradition von Ankarede. Es war vergnüglich bei Schönwetter die Hütten zu besichtigen, die noch immer benutzt werden. In Schweden gab es 71 Kirchstädte, von denen 16 noch existieren.

70 km Naturstrasse

Die Strassenverläufe wurden etwas abwechslungsreicher. Es ging nicht mehr ganz so gerade dahin. Laaaanggezogene Kurven und Hügel auf und Hügel ab, wie bei einer Hochschaubahn, schaukelten wir dahin. Eine weitere Naturstrasse, der Bärenweg, war in Meister Garmin eingespeichert. Wir hofften, dass die schwarze Wolke dicht bleiben würde, denn sonst könnte die Fahrt rasch zur Rutschpartie werden. Die ersten 35km ging’s gut dahin. Dann ca. 20km im Regen, das war weniger spassig, denn der Bock und wir waren ziemlich eingesaut durch die lehmige Fahrbahn. Es hatte wieder aufgehört zu regnen, was gut war, denn so konnten wir die letzten 15km Kilometer auf der Naturstrasse sicher zurücklegen.

Irgendwie dürfte der Dame an der Rezeption im schicken Frösö-Park Hotel aufgefallen sein, dass wir dreckig waren. War das der Grund, dass wir ein Zimmer in der Etage der Hundebesitzer (dogs welcome) bekamen? Ich weiss es nicht. Egal, wir gönnten uns ein klassisches schwedisches Abendessen in der modernen Hotellobby.

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