Ich weiß nicht, wieviele Fähren wir schon benutzt haben, aber es waren viele. Die meisten Überfahrten dauerten nur 10 bis 20 Minuten. Es ist wie mit den Öffis zu fahren, nur, dass das Motorrad auch einsteigt. Wir durchquerten die nördlichen Ausläufer der Lofoten teilweise entlang der „nasjonale turistveger“ bekannt als „norwegische Landschaftsrouten“. Die Landschaft war immer wieder überwältigend.

Austensfjord

Laukvik

Andoya – Strände – Sami-Kultur – Weltraumbahnhof

Mit der Region Vesteralen ging es weiter. Dazu gehören die beiden Inseln Andoya und Senja. Die Besiedelung wird, je weiter wir nordwärts kommen, dünner. Wir hatten ziemliches Glück mit dem Wetter, wie auf den Fotos auch zu sehen ist. Ganz selten ergibt sich die Möglichkeit auf eine kurze Kaffeepause. Wenn da wo ein Schild stand kehrten wir gleich um.

Natürlich findet man auch da entlang der Landschaftsrouten architektonisch schön gestaltete Rastplätze mit Klo. Eine schöne Anlage war Bukkekjerka mit den rauhen Betonrampen und dem verspiegelten Glas passte sie sich der umgebenden Landschaft gut an. Ich fand, dass sie eine moderne Antwort auf den Altar der Sami-Kultur symbolisierte, der auf der Rückseite des Felsens in den Naturstein gehauen war. Diese Annahme würde auch zu der Ableitung des Namens passen: die samischen Wörtern „bohki“ (Schlucht) und „giergie“ (Felsen). Unglaublich war der Strand beim Campingplatz Stave. Da wagten sich sogar ein paar deutsche „Eisbären“ ins Wasser. „Uh, ist das kalt“, hörte ich einen Mann am Ufer rufen. Kein Wunder, bekommt das Nordmeer meist nur 9 bis 12 Grad. Man will’s halt einfach nicht glauben, wenn das Wasser so schön türkisblau ist, der Himmel tiefblau und die Sonne etwas Wärme verbreitet, dass das Wasser vielleicht doch keine Badetemperatur hat. Zuhause würden wir sogar 15 Grad Lufttemperatur kühl empfinden, das ist hier wirklich total anders, wenn kein Wind geht.

Wusstet ihr, dass es auf Andoya einen Weltraumbahnhof gibt? Vom Andoya Spaceport werden seit 1962 Höhenforschungsraketen und Forschungsballons gestartet.

Andoya Space Center Norwegen

Seit 1996 findet hier das European Space Camp für 24 interessierte junge Erwachsene (17-20 Jahre) statt. Die Teilnahme ist kostenlos, Verpflegung und Unterbringung werden übernommen. Je nachdem aus welcher Ecke der Welt man anreist, wird ein Zuschuss von bis zu € 1.000 gesponsert. Die jungen WeltraumforscherInnen bekommen in der Woche Einblick in die Technologien und Projekte. 2026 findet das Space Camp vom 26.7. bis 2.8. statt.

Vielleicht habt ihr ja eine/n junge/n Weltraumexperten/expertin in euren Reihen?

Andenes und der Wal

Am nördlichsten Zipfel von Andoya liegt Andenes. Wegen der Geologie des Andfjords, der Tiefen bis zu 1000m erreicht, leben ganzjährig in den Gewässern um Andenes Wale. Der Walfang war eine wichtige Einnahmequelle für die Fischer. Einnahmequelle sind die Wale auch heute noch. Denn die meisten Boote für die Whale-Watching-Touren starten bei der Anlegestelle beim Leuchtturm. Die Guides kennen die Plätze, eine Sichtung ist daher garantiert.

Was mich ja beonders interessiert hat, war der Umstand, dass für 2026 die Eröffnung des Wal-Museums angekündigt war. Also hätten wir bereits Besucher sein können. Bedauerlicherweise, hat sich der Baubeginn aber verzögert, weil archäologische Grabungen und damit wichtige Artefakte für die Besiedlungsgeschichte von Andenes, den Museumsplanern einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Bei der Eröffnung 2027 werde ich zwar nicht dabei sein, aber den Baufortschritt konnte ich zumindest schon sehen. Ich habe es mir zwar noch größer vorgestellt, aber die Architektur wird beeindruckend. Der Bau hat die Form der Schwanzflosse eines Wals. Die Idee und die Umsetzung finde ich genial.

Wieder ein Mal habe ich den Eindruck, wir kommen vor lauter schauen nicht weiter. Macht nichts, wir werden am Nordkap ankommen. Die Fähre nach Senja zum Gryllefjord tuckerte schon in den Hafen von Andenes. Es geht gleich weiter auf der Insel Senja.

Beschauliche Runde auf der Insel Senja

Senja ist die zweitgrößte Insel Norwegens und liegt 350km nördlich des Polarkreises. Klimatisch begünstigt ist sie durch den Golfstrom, was das Thermometer manchmal sogar auf +28 Grad steigen lässt. Das war zwar nicht ganz so bei unserer Rundfahrt, aber es war trocken und immer wieder sonnig. Durch den Regen in der Nacht hingen teilweise vormittags die Wolken noch etwas tief, was die Sicht etwas einschränkte. Ihr werdet gleich sehen. Auch auf Senja gibt es Etappen der nationalen Touristenroute mit interessanter Landschaftsarchitektur. Zum Beispiel Bergbotn:

Oder Tungeneset! Die Gesteinsformationen waren beindruckend, und boten jede Menge Motive, aber was uns verborgen blieb ….

Ähnliches beim Klo und Bushäuschen am Ersfjordstranda

Oder der Berg Segla!

Am späteren Nachmittag wurde die Sicht besser. Den Segla konnten wir von der anderen Fjordseiten aus der Ferne gut sehen können. Es war eine beschauliche coole Runde, die wir auf Senja abgefahren sind. Motorradfahrer haben wir so gut wie keine getroffen. Wohnmobile waren vergleichsweise auch wenige unterwegs. Touristisch gesehen ist die Insel tatsächlich noch ein Geheimtipp.

Von Senja zog es uns weiter nach Tromsö, wo wir von einem niedlichen Möwenbaby empfangen wurden.

Von dort melden wir uns wieder.

#motorradfahren #motorradreisen #bmwadventure #abenteuer #reiselust #pillionrider #kleineabenteuer #adventure #welterfahrung #norwegen #vesteralen #andoya #senja #tromsö

Unsere Motorradreisen

Alle Länder von A-Z.

Ami & Pi

Ami + Pi reisen gemeinsam mit einer BMW GS 1200 Adventure seit 2013. Auch mit 66+ ist noch lange nicht Schluss.

Leave a Reply