Was soll ich sagen? Anstrengend langweilig und ermüdend, immer gerade dahin, links Föhrenwäder, rechts Birkenstauden, ab und zu ein See, ein mäßiges notdürftiges Klo für die Notdurft, grauslicher Kaffee, Brücke bei der Grenze bei Pello und dann wieder immer gerade dahin, links ein Wäldchen, rosa Blümchen, noch immer kein Elch, oder war das doch vorhin ein Elch, ein paar Wolken ziehen über den Himmel, wenigstens kein Regen, nicht besser in Schweden. Es sieht auf den Fotos vielleicht idyllisch aus, 232 Kilometer werden so aber ziemlich lange.

Schon lange keinen Fossen (Wasserfall) gesehen

Endlich ein bisschen Abwechslung – der Jockfall. Mit einer Fallhöhe von 9m stürzt das Wasser tosend in die Tiefe. Der Kalixälven ist der längste naturbelassene Fluss Schwedens (450km). Angler erfreuen sich über die noch reichlichen Lachsbestände.

45 km südlich vom Wasserfall liegt der beschauliche Ort Överkalix. Gott sei Dank hatten wir im Arctic Resort Hotel schon vor längerer Zeit ein Zimmer reserviert. Das Haus ist so ziemlich das einzige größere Hotel weit und breit. Scheinbar fand an dem Wochenende der Eventhöhepunkt des Jahre statt. Gleich mehrere Veranstaltungen waren parallel angekündigt – Jahrmarkt mit Verkaufsständen und Festzelt, nicht zu vergessen die Werbezelte der lokales Parteien, Konzerte von schwedischen Musikgrößen, im Hotel fand am Samstag eine Tanzveranstaltung für Oldies statt. Oldtimerausfahrten und eine Prideparade waren noch für Sonntag geplant. Das Hotel war total ausgebucht. Wir reisten am Samstag wieder ab, aber Autokolonnen bewegten sich in Richtung Överkalix. Hoffentlich habe wir nichts wichtiges verpasst.

Vor den Toren der Stadt hielten wir noch beim Traktormuseum. In dem Freilichtmuseum befinden sich 200 Traktoren, einige Feuerwehrautos und Lastwägen, verschiedene Ölmotoren, ein paar Motorräder, ausrangierte Bootsmotoren und Schneemobile und noch allerlei Gerätschaften. Einige Fahrzeuge scheinen noch fahrtüchtig zu sein, das eine oder andere holt sich aber bereits die Natur zurück.

Und dann gab’s wieder das übliche Fahrprogramm. Was soll ich sagen? Anstrengend langweilig und ermüdend, immer gerade dahin, links Föhrenwäder, rechts Birkenstauden, ab und zu ein See. Plötzlich eine ungeplante Naturstrasse, Pause beim kleinen Minimarket in Vitvattnet. Die Verkäuferin machte extra für uns frischen Kaffee. Das Geschäft ist ein beliebter Treffpunkt für die wenigen noch dort lebenden Bürgerinnen und Bürge. An den Häusern konnte man sehen, dass die Blütezeit der Ortschaft schon einige Jahre zurück liegt.

Nach Vitvattnet, was soll ich sagen? Anstrengend langweilig und ermüdend, immer gerade dahin, links Föhrenwäder, rechts Birkenstauden, ab und zu ein See, bis wir zum Kukkolaforsen kamen. Das war dann was besonderes.

Die Kukkola-Stromschnellen

Was ist an diesen Kukkola-Stromschnellen so besonders? An dieser Stromschnelle hat der Fluß Torneälv auf einer Länge von nur 3,5 km ein Gefälle von 13,5 m und das macht ihn an dieser Stelle reißend und schnell. Die Einheimischen fangen im Sommer auf traditionelle Weise, dem sogenannten Handnetzfischen, Weißfisch und Lachs. Früher wurden hauptsächlich Lachse gefangen, die am Weg vom Meer zu ihren Laichgründen flussaufwärts unterwegs waren. Die Überwindung der Stromschnellen ist für die Fische anstrengend, daher machen sie in tiefer gelegenen Senken Pausen. Diesen Moment nutzen die Fischer mit ihren Tiefwassernetzen aus. Um weit in den reißenden Fluss raus zu kommen werden noch heute Holzgestelle zwischen den Steinen verankert. Der Fluss Torneälv trennt Schweden von Finnland. Die Orte an beiden Flussufern heisst Kukkola. Wir konnten beim Fische fangen zusehen. Es dauerte nicht lange, war schon ein Fisch im Netz. Die Lachsbestände sind sehr zurück gegangen, daher werden heutzutage hauptsächlich Weißfische gefangen. Auf der schwedischen Seite befinden sich noch die ursprünglichen Häuser, die in dem Freilichtmuseum besichtigt werden können.

Und dann ging es weiter. Was soll ich sagen? Anstrengend langweilig und ermüdend, immer gerade dahin, links Föhrenwäder, rechts Birkenstauden, ab und zu ein See, eine kleine Bodenerhebung, da ein Rentier am Straßenrand, gerade weiter, wir haben ein Wohnmobil, wusch und gleich noch eins überholt, Stauden links, Wäldchen rechts, 137 öde Kilometer. Gammelstad war endlich in Sicht.

Was soll ich sagen? Von dort melden wir uns wieder. 🙂

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