Beim Hotel in Frösö, das neben dem Flughafen von Östersund liegt, startete die letzte Etappe in Richtung Stockholm. Der Himmel war blau und die Straße kurvelte schön dahin. Der spezielle Kirchturm von Oviken liess uns kurz anhalten. Die Bauweise in Mittelschweden hatte sich verändert. Die alte Kirche von Oviken stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der große Kirchenraum wartet mit alten Wandfresken und prächtiger Ausstattung auf. Der Glockenturm ist neben dem Hallenbau im ummauerten Kirchgarten platziert. Interessant ist, dass Oviken 1905 eine neue Kirche gebaut hat, die heute nur noch für Konzerte genutzt wird. Die Gemeindebürger schätzten den alten Bau mehr. Nach einer Renovierung Mitte der 1930er Jahre wurde die alte Kirche wieder zur Hauptkirche.

Hurtig pilgerten wir weiter und bald schon bogen wir wieder auf eine Naturstrasse ein, den Öckjönvägen. Eine lange Fahrt stand bevor, denn irgendwie mussten wir Kilometer machen, um weiter zu kommen. In Bollnäs sollte die Tagesetappe enden. Ein Quartier auf einem Pferdehof war schon lange reserviert. Erstmalig in unsere Reisegeschichte war das gebuchte Zimmer nicht beziehbar. Angeblicher Grund war, dass die Vermieterin keine Buchung hatte, obwohl wir am Vortag noch eine Bestätigung bekamen. Mit Handy und Co suchten wir ein anderes Quartier in der Nähe. Ein schönes, neu renoviertes Herrenhaus neben dem Golfplatz hatte noch ein Zimmer mit Frühstück frei. Perfekt. Wir bekamen sogar das Geld von booking für das Pferdehofzimmer umgehend refundiert.

Sundborn Carl und Karin Larsson

Wieder ein Mal schmökerte ich in den Prospekten. Wieder ein Mal musste geringfügig umdisponiert werden, denn am Carl und Karin Larsson-Garden in Sundborn wollte ich nicht einfach vorbei fahren. Wir buchten eine Führung im Haus des Künstlerpaares. Carl Larsson prägte weit über die Grenzen hinweg die moderne schwedische Malerei. Karin seine Gefährtin war ebenfalls Künstlerin, spezialisierte sich aber auf Textilkunst und prägte den Einrichtungsstil Schwedens. Die Führerin berichtete, dass sogar IKEA schon dort war und sich vom Ambiente und den Möbeln inspirieren lies. Karin schuf ein Zuhause für Carl Larsson und ihre acht Kinder in Lilla Hyttnäs, dem Haus, das sie von ihrem Vater erbte. Carl malte das Ambiente an einem verregneten Sommer und es wurde ein Buch daraus „A Home“. Das Buch wurde so ein großer Erfolg und war lange die Stilfibel für Einrichtung in Schweden und über die Grenzen hinweg. Würde Karin heute leben, würde man sagen, sie sei Interior Designerin. Leider durfte in der Villa nicht fotografiert werden, da das Haus noch von Nachkommen der Familie genutzt wird. Sehr schade!

In einem Nebengebäude war eine Ausstellung über die Arbeiten von Karin Larsson. Die Bilder waren ausnahmslos Faksimile. Eines der schönsten Bilder von Karin, das Carl Larsson von Karin machte war auch auf dem Flyer. Dass ich dieses Bild auch das Original zu sehen bekommen, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Carl Larsson Haus Gemälde 1899

Nachdem wir in Sundborn doch längere Zeit verbracht hatten, mussten wir die restlichen 240 Kilometer nach Stockholm teilweise auf der Autobahn runter radeln. Stockholm ist unsere letzte größere Destination, bevor es von Malmö nach Polen geht.

Aus Stockholm gibt es den nächsten Bericht.

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Ami + Pi reisen gemeinsam mit einer BMW GS 1200 Adventure seit 2013. Auch mit 66+ ist noch lange nicht Schluss.

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