Mein Gejammer nützte nichts, die wunderbare neongelbe Regenausrüstung war die probateste Bekleidung für die kommenden Tage. Sonne, Wonne, Eierkuchen – steht laut Definition für sorgloser Harmonie, Sonnenschein und gute Laune. Genau das haben wir alles hier – okay das mit dem Sonnenschein ist jetzt vielleicht etwas übertrieben. Sagen wir es gibt ausreichend „liquid sunshine“. Dann passt’s auch wieder.
Die nächsten Etappen waren im Meister Garmin eingespeichert und unerschrocken wie wir sind radelten wir alles ab.
Der Eisbärenexpress
Hutrig pilgerten wir über Nedrebovegen nach Gloppedalvegen, ein eiszeitliches Geröllfeld oder Europas größter Steinhaufen und dann weiter zum Hunnedalsveien. Ende war in Sirdal, weil es wieder ziemlich geregnet hat. Die Tagestemperaturen waren kaum über 10 Grad. Da ist’s mit dem Fahrspass bei mir ziemlich Schluss.



Am nächsten Tag ging es los mit 27 Haarnadelkurven runter den Lysevegen (siehe Foto von der Postkarte, denn sichtmäßig war es eher ein Blindflug) nach Lysebotn. Auf der „falschen“ Fähre schipperten wir als Schwarzfahrer vorbei an ein paar Seerobben nach Songesand. Unsere Fährtickets waren nämlich für ein anderes Schiff gebucht. Nachdem das Schiff am Hafen in Lysebotn eingelaufen war und der Steward meinte wir sollen mit dem Motorrad einchecken, haben wir das auch gemacht. Weder die Abfahrtszeit noch der Name der Fähre stimmte, aber es kann ja immer Fahrplanänderungen geben, dachten wir. Ausserdem war sonst kein Schiff in Sicht. Die Fahrkartenkontrolle erfolgte während wir schon weit im Lysefjord draussen waren. Zu spät, um auszusteigen! Den meisten Touris ist der Lysefjord vom Preikestolen und vom Kjerag, zwei spektakuläre Felsformationen. Ab Songesand waren wir ziemlich lange alleine unterwegs. Erst bei der nächsten Fähre trafen wir weitere Motorradfahrer, die auch nach Sauda wollten. Aber irgendwo haben sich unsere Wege wieder getrennt, denn der Bock-Chef und Meister Garmin hatten sich auf das Saudafjellet und die Straße Fylkesvei 520 eingeschossen. Die Straße über das Saudafjellet ist Teil einer der schönsten Touristenstraßen Norwegens, vorzugsweise bei Schönwetter. Sie führt vom Fjord hinauf in eine karge, von Schnee und Fels geprägte Hochgebirgswelt. Im Winter können bis zu 10m Schnee da oben liegen. Ein großer Grinser huschte dem Bock-Chef übers Gesicht, als er das Schild – Straße 520 geöffnet – las. Beflügelt bibberten wir bei 3 Grad über das Fjellet. Schön war’s, nass war’s und eisbärig kalt war’s. Der Fön im Hotel war eine Weile in Betrieb, um unsere Klamotten für den nächsten Tag wieder trocken zu bekommen.










Am Weg nach Bergen
Die Norweger halte was auf architektonisch gestaltete Rastplätze und Klohäuschen. Ropeid ist da ein weiteres Beispiel (Foto 1 in der nächsten Serie). Was war noch interessant: Es hat nicht mehr ganz soviel geregnet, ein weiterer Wasserfall, ein paar Fährfahrten und natürlich unsere Begleiterin die riesige schwarze Wolke.









Wir sind sogar trocken in Bergen angekommen. Die Bergen-Story gibt’s im nächsten Beitrag.
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